Etwa 400 Jahre nachdem Josef die gesamte Familie seines Vaters (das waren etwa 70 Personen) nach Ägypten geholt hat, wird ein kleiner Junge geboren. Er wird Mose genannt. Josef brachte seine Familie vor einer Hungersnot in Kanaan in Sicherheit. Mittlerweile ist die damalige Familie zu einem großen Volk gewachsen. Von ehemals freien Menschen ist ein unterdrücktes Volk geworden. Sie sind nun Sklaven des Pharaos. In dieser Zeit wurden alle Jungs von zwei Jahren und jünger getötet. Der Pharao hatte große Angst vor diesem großen Volk. In diese schwierige Zeit wird Mose geboren. Als Jude geboren aus dem Stamm Levi (einer von Josefs Brüdern). Er wird durch die Tochter des Pharaos als Sohn angenommen. Die ersten Jahre seines Lebens darf er bei seiner bluteigenen Familie leben. Er lernt die Gebräuche und Sitten seines jüdischen Volkes kennen. Und natürlich den Glauben in den „einen“ Gott. Danach lebt er im Hause des Pharaos. Hier erfährt er alles über die ägyptische Ideologie und den ägyptischen Glauben. Sein Volk vergisst er nicht. Er beobachtet sie genau.
Sollte er in den Jahren als Ägypter viel über seine Vorfahren, Ihren Glauben und ihren Gott erfahren haben? Die Bibel ist hierin undeutlich. Jeder kann und darf diese Frage für sich selbst beantworten.
Erst als er mit etwa Vierzig Jahren einen Ägypter tötet, weil er einem Juden helfen möchte, muss er fliehen. Im Land Midian kommt er unter. Vierzig Jahre hütet er die große Schafherde seines Schwiegervaters. Sein Schwiegervater, Jethro, ist Priester der Midianiter, die verschiedenen Götter, darunter Baal und Astarte (eine Fruchtbarkeitsgöttin), anbeten.
Im Land Midian sieht er eines Tages einen brennenden Dornbusch. Er beschließt diesen brennenden, aber nicht verbrennenden Busch, von nahem zu betrachten.
Moses Berufung
Das ist nun der Moment an dem Gott Moses anspricht. Er lernt den Gott seiner Ahnen kennen. Die Bibel teilt uns das folgende mit:
2 Dort erschien ihm der Engel des HEERN in einer Flamme, die aus einem Dornbusch schlug. Als Mose genauer hinsah, bemerkte er, dass der Busch zwar in Flammen stand, aber nicht niederbrannte. 3 “Merkwürdig”, dachte Mose, “warum verbrennt der Busch nicht? Das muss ich mir aus der Nähe ansehen”. 4 Der HERR sah, dass Mose sich dem Feuer näherte, um es genauer zu betrachten. Da rief er ihm aus dem Busch zu: “Mose, Mose!” ”Ja, Herr“ (Hineni), antwortete er. 5 „Komm nicht näher!“ befahl Gott. „Zieh deine Schuhe aus, denn du stehst auf heiligem Boden” (Exodus 3:2-5, HFA)
Zweimal sagt Gott: Mose, Mose! – Gott bestätigt die Berufung von Mose in dem zweimaligen nennen seines Namens.
Gott ist heilig
Gott sagt: „Zieh deine Schuhe aus, denn du stehst auf heiligem Boden!”
Gott ist heilig. Wusste Mose das? Wissen wir es heutzutage? Wir singen von Gottes Heiligkeit, wir bekennen es, wir glauben es. Wir wissen es! Aber: Realisieren wir es uns wirklich?
Achtzig Jahre lebte Mose ohne Gott. Er hat viel über andere Religionen und Lebens-anschauungen gelernt. Und trotzdem lässt er zu, dass der lebende Gott seiner Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob zu ihm spricht und ihn dazu beruft, ein Anführer von Gottes Volk zu werden.
Mose wird heilig, weil er auf heiligem Boden steht. Mose lebt ab diesem persönlichen Treffen in Gottes Nähe. Vierzig Tage darf er auf dem Berg Horeb in Gottes Gegenwart zubringen. Mit einem strahlend weißen Gesicht kommt er wieder im Tal bei den Menschen an. Mose ist erfüllt vom Heiligen Geist. Er trägt Gottes Heiligkeit aus: Dem Volk bringt er die zehn Gebote. Er lebt eine intime Beziehung zu dem Gott seiner Vorfahren. Er ist dem Volk ein Anführer in allen Schwierigkeiten. Die Menschen werden Zeugen von Mose Leben und seinem Leben mit diesem Gott. Der Gott, der beruft, der heilig und treu ist.
Beziehung Mensch - Gott
Wie ist es mit uns heute? Ist die Geschichte von Mose, dem brennenden Dornbusch und der Heiligkeit Gottes heute noch relevant? Ziehen wir die Schuhe aus, weil wir in Gottes Gegenwart stehen? Sind wir uns der Gegenwart Gottes um uns herum und vor allem in uns wirklich bewusst?
Gott unterhält seit Beginn der Schöpfung eine Beziehung zu den Menschen. Mit der Hilfe von Mose führte hat er das Volk aus Ägypten und aus der Sklaverei. Er teilte das Wasser, um das Volk auf trockenem Boden durch das Meer zu führen. Er leitete das Volk über Tag durch eine Wolkensäule und in der Nacht durch eine Feuersäule. Er wohnte in der Stiftshütte, inmitten des Volkes. Doch er wohnte nicht „im” Menschen, so wie er es heute in uns tun kann. Sie alle hatten eine Beziehung zu Gott und konnten „Hineni“ (Siehe, hier bin ich) sagen. Aber Gott blieb außerhalb des Menschen. Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder Menschen, die mit Gott gingen. Josua, die Richter, Propheten, Könige, Bauern wie Amos und ganz gewöhnliche Menschen. Immer wieder geht Gott eine Beziehung zu einem Menschen ein, und bleibt doch außerhalb von ihm…
Bis zu dem Tag an dem Jesus geboren wird.
Jesus lebt in unmittelbarer Nähe zu Gott oder bei Gott. Er ist der vollkommene Sohn Gottes. Gott lebt in Jesus. Jesus tut alles, was sein Vater tut. Und was immer Jesus seinen Vater tun sieht, das tut Jesus auch. Vater und Sohn verbindet eine innige Beziehung. Jesus ist heilig, so wie auch der Vater heilig ist.
Diese Beziehung dient als Beispiel dafür, wie wir heute mit Gott leben können.
Jesus setzte Gottes Plan mit seiner Schöpfung um: Er zeigte den Menschen, wer Gott ist, wozu er fähig ist und was er zu tun beabsichtigt. Jesus veranschaulichte, wie eine Beziehung zu Gott gelebt wird. Das Neue Testament liefert uns Informationen, Hilfen und Erklärungen, die zeigen, dass Gott seine Schöpfung liebt (was natürlich auch das Alte Testament tut). Und das Gott Liebe ist! Das Gott treu ist!
Jesus erleidet großes Leid, Ungerechtigkeit und Verfolgung. Er geht ans Kreuz, um unsere Beziehung zu Gott wieder herzustellen. Gott musste dem Bösen begegnen, indem Er zuließ, dass Jesus litt und indem Er Seinen Sohn in den Tod sandte. Durch seine Liebe bewirkte Gott, dass Jesus auferstand und in den Himmel auffuhr. Dies ermöglicht es uns, den Heiligen Geist zu empfangen.
Mose wird heilig, weil er auf heiligem Boden steht. Jeus ist heilig, weil er Gottes Sohn ist. Wir werden heilig, weil wir den Heiligen Geist empfangen.
Sowohl Mose als auch Jesus fordern Gottes Volk (und dazu gehören auch wir!) auf, die Schuhe auszuziehen. Wir stehen auf heiligem Boden.
Wir stehen nicht nur auf heiligem Boden! Nein, wir „sind“ heiliger Boden. Gott ist in uns. Das macht uns heilig!
Wie gehen wir mit diesem Gedanken um?
Verstehen wir wirklich, dass wir als Kinder Gottes heilig sind?
Sind wir uns bewusst, dass es nicht um unseren Willen, unsere Meinung, unser Wissen oder unsere Gefühle geht?
Gott lässt niemals los, was seine Hände begonnen haben. Das ist eine Verheißung! Darum geht es!
Lass dies zu einem wichtigen Gedanken in deinem Leben und auf deinem Weg mit Gott werden.
Gott wünscht sich eine innige Beziehung zu uns Menschen. Die Bibel offenbart Gottes Liebe zu denjenigen die in einer Beziehung zu Ihm stehen: Man denke an David, der als ein Mann nach Gottes Herzen bezeichnet wird; an Mose, der Gottes Stimme hörte und als Mittler alles an das Volk weitergab; und an Josef, der seiner Familie nach Ägypten vorausging und als Vizekönig für all ihre Nachkommen in Goschen sorgen konnte.
Nirgends in der Bibel steht, dass Gott seinen Plan für und mit der Menschheit aufgegeben hat. Im Gegenteil, in Offenbarung 21: 3-5a besagt sogar:
3 Eine gewaltige Stimme hörte ich (Johannes) vom Thron her -rufen: „Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst in ihrer Mitte leben. 4 Er wird ihnen alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage und keine Schmerzen; denn was einmal war, ist für immer vorbei“. 5a Der auf dem Thron saß, sagte: „Siehe doch, ich mache alles neu!”
Gott möchte, dass wir seine Kinder sind! Gott ruft uns dazu auf, eine innige Beziehung zu ihm zu leben. Zu unserem eigenen Segen und zum Segen unserer Mitmenschen. Gott heiligt uns, so wie Er heilig ist.
Ziehe deine Schuhe aus!
Manchmal muss man dieses wortwörtlich nehmen und ein anderes Mal im übertragenen Sinne. Denn durch die Beziehung zu Gott stehen wir in seiner heiligen Gegenwart. Durch die Beziehung zu Gott haben wir das Vorrecht, in Abhängigkeit von ihm zu leben. Erhebe die Arme und richte den Blick auf Gott. Lass Gott in dir wohnen!
Und wisse, glaube und nehme an: Wenn Gott in dir ist, dann bist du heilig!
Bist du bereit, Gottes Heiligkeit und deine eigene Heiligkeit anzunehmen und sie zu leben?
Bist du bereit, deine Schuhe auszuziehen? Im wörtlichen und im übertragenen Sinne?
Welche Gedanken kommen in dir auf? Teile sie gerne mit mir:
Waltraud@chosen-gg.net.


